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Chile: Politisches Porträt

07.05.2026 - Artikel

Chile ist eine Präsidialdemokratie. Der Präsident, zugleich Regierungschef, wird für vier Jahre gewählt; eine unmittelbare Wiederwahl ist unzulässig. Der Präsident legt die politischen Leitlinien fest und ernennt sowie entlässt die Kabinettsmitglieder. Im Rahmen bestimmter Kompetenzen kann er Dekrete mit Gesetzeskraft erlassen.

Der Staatsaufbau ist überwiegend zentralistisch. Chile ist in 16 Regionen, 56 Provinzen und 346 Gemeinden gegliedert. Seit 2021 werden die Regionalgouverneure direkt gewählt.

Chile ist ein demokratischer Rechtsstaat, der sich dem Schutz der Menschenrechte verpflichtet fühlt. Der Oberste Gerichtshof entscheidet im Zivil- und Strafrecht in letzter Instanz. Daneben wacht ein Verfassungsgericht über die Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen.

Die chilenische Demokratie ist geprägt von einer aktiven Zivilgesellschaft, größtenteils entsprungen aus dem Widerstand der Militärdiktatur von 1973 bis 1990. Presse- und Medienfreiheit sind in der Verfassung garantiert.

Am 16.11.2025 fanden die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Da im ersten Wahlgang kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichte, kam es am 14.12.2025 zur Stichwahl. José Antonio Kast von der Republikanischen Partei gewann diese mit rund 58 Prozent der Stimmen gegen die kommunistische Kandidatin Jeannette Jara und übernahm am 11.03.2026 die Regierungsgeschäfte als Nachfolger von Gabriel Boric.

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