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Deutsche Botschaft verleiht deutsche Staatsangehörigkeit an Holocaust-Überlebenden

David Feuerstein und Ehefrau Sara Maria Zucker mit dem deutschen Botschafter, Rolf Schulze, und dem Leiter des Rechts- und Konsularreferates, Carsten Schneider

David Feuerstein und Ehefrau Sara Maria Zucker mit dem deutschen Botschafter, Rolf Schulze, und dem Leiter des Rechts- und Konsularreferates, Carsten Schneider, © Botschaft Santiago

16.10.2018 - Pressemitteilung

Mit einer offiziellen Zeremonie in der Residenz der Bundesrepublik Deutschland fand am Dienstag, dem 16. Oktober, die Wiedereinbürgerung des prominenten Menschenrechtsförderer und  Präsidenten von Yad Vashem Chile, David Feuerstein und seiner Frau Sara Maria Zucker statt.

Von links nach rechts: der Leiter des Rechts- und Konsularreferates, Carsten Schneider; der israelische Botschafter, Eldad Hayet; der ehemalige Präsident des Obersten Gerichtshofs, Hugo Dolmestch, und der deutsche Botschafter, Rolf Schulze
Von links nach rechts: der Leiter des Rechts- und Konsularreferates, Carsten Schneider; der israelische Botschafter, Eldad Hayet; der ehemalige Präsident des Obersten Gerichtshofs, Hugo Dolmestch, und der deutsche Botschafter, Rolf Schulze© Botschaft Santiago

Der im Jahr 1925 im heutigen Polen geborene David Feuerstein wurde als 16jähriger während des Regimes der Nationalsozialisten von seiner Familie getrennt und in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verbracht. Seine Eltern und seine drei jüngeren Brüder wurden dort ermordet.

Später wurde er im Warschauer Ghetto eingesperrt.  Nach dem ihm 1944 von dort die Flucht gelang,  schloss er sich dem  polnischen Widerstand an. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wanderte er nach Argentinien aus und erhielt dort die argentinische Staatsangehörigkeit. In den  1950er Jahren zog er nach Chile und begründete dort seinen endgültigen Wohnsitz.

David Feuerstein mit seiner Gattin, Sara Maria Zucker
David Feuerstein mit seiner Gattin, Sara Maria Zucker© Botschaft Santiago

Auf Grundlage seiner eigenen Lebenserfahrung widmet Feuerstein sein Leben der Förderung von Werten wie Frieden, Toleranz und Respekt vor den Menschenrechten. In dieser Bemühung war er Präsident von Yad Vashem Chile und Vizepräsident für Yad Vashem Lateinamerika, Holocaust-Museum und offizielle israelische Gedenkstätte für die Opfer des Völkermords. Im Dezember 2016 wurde er von dem Bundespräsidenten mit dem Offizierskreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Der israelische Botschafter Eldad Hayet mit Botschafter Schulze
Der israelische Botschafter Eldad Hayet mit Botschafter Schulze© Botschaft Santiago

Botschafter Schulze widmete David Feuerstein einige Worte und betonte die Ehre, an diesem Wiedergutmachungsakt teilzunehmen, den er als Ende einer langen Reise für das Ehepaar Feurstein-Zucker bezeichnete.

Der Botschafter Israels, Eldad Hayet, war von der Zeremonie tief berührt und hob hervor, dass die derzeitige Freundschaft und Kooperation zwischen Israel und Deutschland ein wichtiges Beispiel für die Menschheit sei, nach vorne zu schauen, ohne jedoch die Vergangenheit zu vergessen.

David Feuerstein mit dem israelischen Botschafter, Eldad Hayet.
David Feuerstein mit dem israelischen Botschafter, Eldad Hayet.© Botschaft Santiago

Der Richter des Obersten Gerichtshofs, Hugo Dolmestch, betonte den Wert der Brüderlichkeit für ein friedliches Zusammenleben und sagte der Akt habe „eine solche Auswirkung, dass er tief ergreifen sollte“.

Musikalischer Auftritt des jungen Pianisten Máximo Adasme
Musikalischer Auftritt des jungen Pianisten Máximo Adasme© Botschaft Santiago

Seit dem Jahr 2000, anlässlich der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts, ermöglicht der deutsche Staat unter besonderen Umständen die Rückerlangung der deutschen Staatsangehörigkeit. In Betracht gezogen werden dabei die Tatsachen, die zu der Erlangung einer anderen Staatsangehörigkeit und damit zu dem Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit führten.

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